Versicherungen für Studenten

Neben dem Geld, das Studierende für die Finanzierung ihres Studiums auf-bringen müssen, wollen auch weitere Ausgaben berücksichtigt werden. Zusätzlich zur Miete und den Ausgaben für Lebensmittel und Freizeitgestaltung zählen dazu auch Beiträge für Versicherungen. Auf welche Versicherungen es für Studierende ankommt und was sie dabei berücksichtigen müssen, lesen sie hier.

September 2020

Stocksy/BONNINSTUDIO

Wenn Studierende ihr Einkommen gesichert haben, müssen sie ihre Ausgaben planen. Drei Versicherungen sollten sie dabei einplanen, denn sie sichern die finanzielle Existenz: die Krankenversicherung, die ohnehin Pflicht ist, die Berufsunfähigkeitsversicherung und schließlich die private Haftpflichtversicherung. Studenten sollten mit Studienbeginn darauf achten, alle drei Risiken bestmöglich abgesichert zu haben. 

Krankenversicherung ist Pflicht

Um eine Krankenversicherung kommt keiner herum. Wer als Schüler in der gesetzlichen Krankenversicherung der Eltern mitversichert war, kann dies auch während des Studiums bleiben. Diese Regelung gilt bis zum 25. Lebensjahr. Danach müssen sie selbst volles Mit-glied werden, bezahlen aber nur einen vergünstigten Studentenbeitrag, plus einen Beitrag zur Pflegeversicherung - in Summe rund 100 Euro im Monat. Hinzukommt der Zusatzbeitrag, den die Kassen in individueller Höhe erheben. Studenten sollten diesen genau im Blick haben, er kann die monatlichen Kosten um ein paar Euro erhöhen.

Krankheit im Ausland privat absichern

Eine private Auslandskrankenversicherung trägt alle Kosten, die bei Akutbehandlungen im Ausland anfallen und die für einen notwendigen Rücktransport in die Heimat entstehen. Eine solche Police sollte jeder haben, denn der Schutz der gesetzlichen Krankenkasse reicht nicht aus, außerhalb Europas leistet die Kasse gar nicht. Studierende, die einen längeren Auslandsaufenthalt planen, etwa ein Auslandssemester, benötigen eine spezielle Langzeitpolice, die private Krankenversicherer anbieten. Übliche Auslandsreisekrankenversicherungen gelten nur für Reisen von bis zu sechs Wochen.

Berufsunfähigkeitsversicherung ist essentiell

Die Brisanz einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist vielen jungen Leuten nicht bewusst. Tatsächlich kann man auch als Student oder Studentin schon eine Police abschließen und das ist auch unbedingt ratsam. Denn wer aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit nicht mehr studieren und damit auch nicht den angestrebten Beruf ergreifen kann, ist mit enormen finanziellen Einbußen konfrontiert. „Die gesetzliche Absicherung greift erst, wenn man fünf Jahre lang Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat“, sagt Patrick Schif-fer, Vorsorgeexperte der Sparkasse Köln Bonn. Und dann gibt es nur eine kleine Erwerbsminderungsrente, wenn man so gut wie gar nicht mehr arbeiten kann. „Den jungen Leuten bleibt dann nur Hartz IV“, sagt Schiffer.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt im Ernstfall eine monatliche Rente, so lange die Berufsunfähigkeit gegeben ist, notfalls bis zur gesetzlichen Altersrente. Der zuletzt ausgeüb-te Beruf ist versichert – bei Studenten ist es das Studieren. Manchmal lässt sich aber auch die angestrebte berufliche Stellung versichern. „Während der Studienzeit versichern die Unternehmen oft nur die Erwerbsunfähigkeit“, sagt Patrick Schiffer. Das sichert den schlimmsten Fall ab, wenn man so gut wie gar nicht mehr studieren kann, nämlich weniger als drei Stunden täglich. Mit Berufseinstieg wandelt sich die Police dann meist automatisch in eine Berufsunfähigkeitsversicherung um.

Jung und gesund: günstige Beiträge

Ein früher Policenabschluss lohnt sich: Ein junges Alter und ein guter Gesundheitszustand bedeuten zumeist niedrige Beiträge, was sich über die ganze Laufzeit auszahlt. Wer relativ hohe Beiträge scheut – ab rund 40 Euro im Monat – kann auch zunächst eine geringere Rate vereinbaren und diese mit Berufseinstieg aufstocken. „Dann sollte man darauf achten, dass die Police eine Nachversicherungsoption ohne erneute Gesundheitsprüfung gewährt“, rät Schiffer. 

Private Haftpflichtversicherung ist ein Muss

Eine private Haftpflichtversicherung springt dann ein, wenn man anderen einen Schaden zufügt, auch wenn dies aus Unachtsamkeit geschieht.  Das Risiko mag gering erscheinen, wenn es jedoch geschieht – zum Beispiel durch einen Skiunfall – haftet man mit seinem gesamten Vermögen. 

Studenten können oft bis zum Ende ihres Studiums noch in der privaten Haftpflichtversicherung ihrer Eltern mitversichert sein. Es spielt keine Rolle, ob sie noch zuhause wohnen oder in einer eigenen Wohnung. „Man sollte beim Versicherer nachfragen, wie lange die Police gilt“, rät Schiffer. Steht ein Auslandsjahr an, greift der Versicherungsschutz manchmal nicht. Auch ein Wechsel des Studienfachs ist nicht immer abgedeckt. „Den Versicherungsschutz sollte man sich schriftlich bestätigen lassen“, rät Schiffer.  

Alle anderen Versicherungspolicen gehören zur Kür. Dazu zählt auch eine Hausratversicherung. Die erste eigene Studentenbude ist in der Regel noch nicht so wertvoll eingerichtet, dass das Hab und Gut nicht ersetzbar wäre. Wer hingegen hochwertiger eingerichtet ist, ein sehr teures Fahrrad und eine umfangreiche technische Ausrüstung besitzt, kann eine Police in Erwägung ziehen.

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