Staatliche Förderung für den Traum vom Eigenheim

Wer eine Immobilie erwerben möchte, bringt einen Teilbetrag als Eigenkapital ein und bespricht mit seinem Bankberater die verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten für den fehlenden Teil. In vielen Fällen gibt es jedoch die Chance auf weitere Geldtöpfe. Das Zauberwort heißt: staatliche Förderung. Clever kombiniert lassen sich damit über die Jahre hinweg sogar mehrere Tausend Euro sparen.   

Juni 2019

Foto: Stocksy/Amy Covington

Um sich einen Überblick zu verschaffen, stellt man sich die Finan-zierung eines Eigenheims – egal, ob man kaufen oder bauen möchte – am besten selbst wie ein Haus vor, etwa mit zwei Stockwerken und Spitzdach:

Das Erdgeschoss: die Vorbereitungsphase.
Das Obergeschoss: die eigentliche Finanzierung.
Das Dach: die Rückzahlung.
 

Phase 1 – die Vorbereitung

Die meisten Eigenheiminteressenten sparen Eigenkapital schon vor dem konkreten Immobilienerwerb an. Schon in dieser Phase können sie auf Unterstützung vom Staat zählen:

Vermögenswirksame Leistungen
Wer etwa von seinem Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen erhält, kann zusätzlich auch noch Geld vom Staat bekommen – die Arbeitnehmersparzulage. Voraussetzung für diesen Zuschuss ist ein dafür vorgesehener Sparvertrag mit einer Laufzeit von mindestens sieben Jahren. Außerdem muss das zu versteuernde Einkommen innerhalb der gesetzlich definierten Grenzen liegen. Fließen die vermögenswirksamen Leistungen beispielsweise in einen Bausparvertrag, erhalten die Sparer vom Staat eine jährliche Arbeitnehmersparzulage in Höhe von 43 Euro bzw. 86 Euro (9 %) auf maximal 470 Euro (Ledige) bzw. 940 Euro (Verheiratete) – sofern das zu versteuernde Jahreseinkommen 17.900 Euro (Ledige) bzw. 35.800 Euro (Verheiratete) nicht übersteigt.

Wohnungsbauprämie
Wer mit einem Bausparvertrag für die eigenen vier Wände spart, den unterstützt der Staat bis zu einer bestimmten Einkommensgrenze zusätzlich mit der Wohnungsbauprämie. Die Prämie liegt bei 45,06 Euro bzw. 90,11 Euro (8,8 %) pro Jahr, der geförderte Höchstbetrag bei 512 Euro (Ledige) bzw. 1.024 Euro (Verheiratete). Die Einkommensgrenzen liegen bei 25.600 Euro für Ledige und 51.200 Euro für Verheiratete.

Wohn-Riester
Eine weitere interessante Möglichkeit nimmt durch die Riester-Förderung Gestalt an. Dabei handelt es sich um eine Altersvorsorge, von der man heute schon etwas hat. Denn während man seinen Bausparvertrag bespart, erhält man bereits jährlich staatliche Riester-Zulagen. Neben einer Grundzulage in Höhe von 175,00 Euro, die jedem Bausparer mit Wohn-Riester zusteht, sorgen eine einmalige Prämie in Höhe von 200 Euro für Berufseinsteiger unter 25 Jahren sowie regelmäßige Kinderzulagen, die sich je nach Geburtsjahr des Kindes auf 185 Euro bzw. 300 Euro belaufen, für ein ordentliches Plus. Ein weiterer Vorteil der Riester-Förderung: Die Sparleistungen inklusive der Zulagen können bis maximal 2.100 Euro als Sonderausgaben steuerlich berücksichtigt werden. Je nach persönlicher steuerlicher Situation ergibt sich dadurch zusätzlich ein nicht zu unterschätzender Steuervorteil.

Wer für die Zukunft einen Immobilienerwerb plant, kann, wenn es so weit ist, sein gefördertes Guthaben in die selbst genutzte Wunschimmobilie investieren und sich so die Miete sparen. Das Besondere daran: Man schafft sich zusätzlich ein zinsgünstiges und Riester-gefördertes Bauspardarlehen.
 

GUT ZU WISSEN: Die Riester-Förderung ist unabhängig von Einkommensgrenzen und bietet staatliche Zulagen auf Spar- und Tilgungsleistungen. Außerdem: Andere Riester-Produkte lassen sich umwandeln, wenn man sich für den Bau oder Erwerb eines Eigenheims entscheidet! Möglich ist es zudem, aus einem laufenden Riester-Produkt Geld zu entnehmen und als Eigenkapital in die Wunschimmobilie zu stecken. 
Mehr dazu erfahren Sie hier. 

Phase 2 – die Finanzierung

Es ist so weit: Sie haben Ihre Wunschimmobilie gefunden oder den Hausbau geplant. Nun geht es ganz konkret um die Finanzierung. Dafür haben Sie Eigenkapital angespart und sprechen mit der Sparkasse über die noch erforderlichen Finanzierungsmittel. Auch in dieser Phase profitieren Immobilieninteressenten von zahlreichen Förderprogrammen. Grob lassen diese sich unterteilen in Förderkredite und Zuschussprogramme.

Förderkredite
Ein Beispiel für einen Förderkredit ist das Wohneigentumsprogramm der KfW-Bank. Es dient der Finanzierung von selbst genutztem Wohneigentum und ist an keine Einkommensgrenze gebunden. Bis zu 50.000 Euro Kredit pro Vorhaben sind möglich, der Zinssatz ist niedrig. Bei einer Laufzeit von zehn Jahren beträgt er beispielsweise lediglich 1,45% (Stand: Frühjahr 2019).

Ein weiterer Förderkredit kann in Anspruch genommen werden, wenn die Immobilie nach den neuesten energetischen Standards gebaut bzw. saniert wird. Im Rahmen des KfW-Programms Energieeffizient Sanieren sind bis zu 100.000 Euro Kredit pro Vorhaben zu einem niedrigen Zinssatz möglich. Dieser beträgt beispielsweise bei einer Laufzeit von zehn Jahren lediglich 0,75% (Stand: Frühjahr 2019).

Zuschussprogramme 
Sie greifen, wenn eine gekaufte Immobilie energetisch modernisiert werden soll, wenn der Einbruchschutz verbessert werden soll oder wenn die Käufer vorsorglich Barrieren reduzieren wollen. Die dadurch entstehenden Kosten können durch verschiedene KfW-Programme finanziert werden, die alle nach dem gleichen Muster funktionieren: Man geht in Vorleistung und tätigt die entsprechenden Investitionen – und erhält dafür Zuschüsse in Höhe von bis zu 30.000 Euro. Wichtig für den Zuschuss ist, dass erst der Antrag auf Förderung eingereicht wird, bevor die baulichen Maßnahmen durchgeführt werden.
 

GUT ZU WISSEN: In bestimmten Fällen sind auch zinslose Bankkredite zur Immobilienfinanzierung möglich. Sie zu beantragen, ist aufwendig, kann sich aber lohnen. Die Sparkasse empfiehlt insbesondere Familien mit Kindern und durchschnittlichem Einkommen, diese Option zu bedenken, und bietet ihnen eine Chancenprüfung an.

Der Service der Sparkasse KölnBonn: Sie berät in allen Fragen der Immobilienfinanzierung und den entsprechenden Fördermöglichkeiten. Ein Finanzierungszertifikat hilft bei den Verhandlungen mit den Maklern oder Verkäufern. Zudem gilt für alle KfW-Programme das Hausbankprinzip: Sie können nicht direkt bei der KfW-Bank beantragt werden, sondern nur über die Hausbank. 

Phase 3 – die Rückzahlung

Sie haben es geschafft und wohnen in Ihren eigenen vier Wänden! Nun läuft die Rückzahlungsphase.

In dieser Phase gelten weitgehend die gleichen Fördermöglichkeiten wie in der Vorbereitungsphase. Das heißt: Vermögenswirksame Leistungen und Wohn-Riester-Zulagen können zur Tilgung genutzt werden, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

Mit dem Baukindergeld gibt es seit Kurzem einen weiteren Zuschuss, der Immobilieneigentümer bei der Tilgung ihres Kredits unterstützt. Wer seit dem 1. Januar 2018 ein Haus oder eine Wohnung zur Selbstnutzung gekauft oder gebaut und zudem Nachwuchs hat, erhält für jedes Kind unter 18 Jahren jährlich 1.200 Euro Zuschuss – für die Dauer von zehn Jahren. Die Einkommensgrenze für Familien mit einem Kind liegt bei 90.000 Euro zu versteuerndem Haushaltseinkommen – für jedes weitere Kind erhöht sie sich um 15.000 Euro.

Für weitere Informationen zum Baukindergeld gehts hier entlang. 

Der Service der Sparkasse KölnBonn: Während der viele Jahre andauernden Rückzahlungsphase kann es immer wieder zu Veränderungen im Leben kommen, die Auswirkungen auf die Kredittilgung haben – zum Beispiel im Fall von Arbeitslosigkeit oder aber einem Erbfall. Das Team Baufinanzierung bleibt mit den Sparkassen-Kunden in Kontakt, fragt nach und bietet bei Bedarf Beratung zur laufenden Rückzahlung und zu etwaigen Änderungen.
 

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